In den letzten Tagen wurde kein Vergleich ausgelassen, um in das Abschneiden der deutschen Fußballnationalelf alle möglichen Vergleiche zum tatsächlichen oder angeblichen Zustand unseres Landes reinzugeheimnissen.
Besonders auffällig: Dass das frühe deutsche Aus bei der Herren-WM herangezogen wird, um auf alle erdenklichen Weisen zum Ausdruck zu bringen wie schlecht es uns geht, wie arm wir dran sind und welche strukturellen Probleme es überall gibt.
Auch wenn ich verstehe, dass die Nationalmannschaft ein Symbol ist, das man gut auf- und überladen kann, fallen mir dazu vor allem zwei Dinge ein.
Erstens: Wer Profifußball mit der Gesellschaft vergleicht, hat nicht alle Tassen im Schrank.
Zweitens: Es geht einem immer so schlecht, wie man sich macht.
Das ärgerlichste an unserer Gesellschaft ist das permanente Geweine und die Besserwisserei gerade derjenigen Privilegierten, die weltweit und auch in Deutschland auf einem Niveau leben, wie es 90 Prozent der Menschen weltweit nur neidisch machen kann.
Gott, ist dieses Gejammere traurig und letztklassig – dagegen ist die Fußballnationalmannschaft ja immerhin ins Sechzehntelfinale gekommen. Im Vergleich: Starke Leistung!